Auf dem Weg nach Rotterdam – ein Reisebericht


Gerade sitze ich noch im Zug nach Rotterdam und bin vertieft in das Buch des Stilpiraten Steffen BöttcherAbenteuer Fotografie“, ohne zu ahnen, daß auch für mich gleich ein neues “Abenteuer Fotografie” beginnt.

Ankunft Deventer in Holland, ich schaue aus dem Fenster. Wow, was für ein Motiv – eine grüne Tür und ein Hinweisschild “Stationschef”, gerahmt in Eisenpfeiler und Backsteine, an welchen die Zeit sichtbare Spuren hinterlassen hat. Erinnert mich irgendwie an den wilden Westen. Nur eine Sekunde und ich weiß, das muß ich fotografieren. Ich springe auf und ziehe meine Kamera aus der Tasche, Steffi schaut mich mit Ihren süßen Augen an und Ihr Blick sagt deutlich, was ich nur zu gut kenne: “Was willst Du denn da jetzt schon wieder fotografieren? Bleibe bitte hier!”

Na ja, jeder, der jemals ein Indianerbuch gelesen hat bzw. einen derartigen Film sah, der weiß: ” Ein Indianer hört nicht auf seine Squaw. Also ich schnell raus aus dem Zug, die Kamera zum Schuß bereit – schließlich geht es nur um den Einen – und wenn der sitzt, ist der Krieg gewonnen. Schuß – perfekt – der hat gesessen. Also wieder in die Bahn. In dem Moment durchfährt es mich, denn ich hatte vergessen, daß mich mein Roß noch nicht so lange kennt und daß es nicht auf meine Befehle sondern auf das Pfeifen des “Stationschefs” hört, wegen dessen Hütte ich überhaupt abgestiegen war, um meinen Ritt durch die holländische Prärie zu unterbrechen. 🙂

PFIFF – in meinen Ohren schallt, knallt und quitscht es. Feind erlegt und doch geht der Krieg weiter?
Der Pfiff schallt, die Tür knallt und die Räder quietschen … das kann doch jetzt nicht … oh doch, es kann. Die Räder rollen und ich sehe eben noch schemenhaft Steffis Schatten an mir vorbeireiten – ihr Blick sucht angestrengt im Abteil nach dem verlorenen Krieger, als wäre sie Teil eines Spähtrupps. 🙂
Was für ein Stress, ab zum Stationschef – so hab ich ihn wenigstens mal persönlich kennengelernt – mit seiner Hilfe ein neues Roß gefangen und der Squaw hinterhergeritten. Ich hoffe, sie sitzt jetzt schon in Ammersfort an der Feuerstelle und brät ein Stück Büffellende, so ein Streifzug voller Abenteuer macht hungrig. In Ammersfort angekommen, Steffi eingesammelt und den nächsten Zug nach Rotterdam genommen – weiter geht es voller Inspirationen durch die holländische Prärie …

Was für ein Tag! 🙂

Stationschef

 

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